Die Kampffische (Betta) sind
eine Gattung kleinbleibender Süßwasserfische innerhalb
der Labyrinthfische (Anabantoidei), deren größte Art,
Betta unimaculata eine Gesamtlänge von 160 mm nicht
überschreitet.
Wie alle Labyrinthfische verfügen die Arten der
Gattung Betta über ein Labyrinthorgan zur Aufnahme von atmosphärischem Sauerstoff, welches ihnen ermöglicht auch
enorm sauerstoffarme Süßgewässer zu besiedeln (z.B. in
Reisanbaugebieten in Südostasien). Alle Arten ernähren sich
vorwiegend von kleinen Wasserinsekten und Weichtieren und betreiben
Brutpflege.
Einige Kampffische zeichnen sich durch eine
ausgesprochene Farbenpracht insbesondere der Männchen aus und
erfreuen sich deshalb großer Beliebtheit als Aquarienfische, zumal diese Arten meist
nur geringe Ansprüche an die Haltungsbedingungen stellen und deshalb
auch einem Anfänger in der Aquaristik empfohlen werden
können.
Um den Überblick über die große Gattung zu
erleichtern, gruppiert man einander ähnliche Arten in Formenkreisen.
Ihren Trivialnamen verdanken die Kampffische der thailändischen Tradition, Männchen
einiger Arten (Betta splendens, Betta imbellis,
Betta smaragdina und Hybride daraus) für Fischkämpfe einzusetzen, die sich bis heute
großer Beliebtheit erfreuen. Insbesondere der von Natur aus mit
einem hohen Aggressionspotential ausgestattete siamesische Kampffisch (Betta
splendens) wurde für die Pflege dieser Tradition
domestiziert. Daraus entstand der Schleierkampffisch, der
sich durch die gezielte Weiterzucht weltweit als Aquarienfisch etabliert hat und
mittlerweile eine Vielzahl verschiedener Zuchtformen in seiner Art
aufweist; Experten unterscheiden die verschiedenen Rassen besonders
nach Form und Größe der Schwanzflosse.
Der wissenschaftliche Gattungsname Betta
leitet sich vom javanesischen Wort „wader bettah“ ab und wurde 1878 von Bleeker für die Beschreibung von Betta
picta verwendet.
In der Natur erreichen insbesondere die kleineren
Kampffisch-Arten kein hohes Alter, da sie viele natürliche
Fressfeinde
haben.
Die Gattung ist über große Teile
Südostasiens verbreitet und besiedelt sowohl stehende als auch fließende
Süßwasserbiotope unterschiedlichster
Wasserbeschaffenheit.
Das Verbreitungsgebiet der Kampffische
erstreckt sich von den Inseln um Bali nach Indonesien
(inklusive der Inseln Sumatra, Borneo und
Java)
über die malaiische
Halbinsel nach Laos, Vietnam,
Myanmar, Thailand und Kambodscha.
Bei den Kampffischen unterscheidet man zwei
grundsätzliche Fortpflanzungsstrategien: zum einen die
Maulbrutpflege, zum anderen die Brutpflege im Schaumnest. In beiden Fällen kümmert sich
primär das Männchen um die Brutpflege, während die Weibchen nur
sekundär an der Aufzucht der Jungen beteiligt sind und sich in
einigen Fällen um die Verteidigung des Reviers und des brütenden
Männchens kümmern. Manche Arten bekämpfen und vertreiben auch das
Weibchen nach der Eiablage und Befruchtung; besonders bei der
Brutpflege mit einem Schaumnest. Erfahrene Aquarianer setzen in
diesem Fall das Weibchen in ein anderes Becken, zum einen um dieses
zu schützen, zum anderen um zu verhindern, dass das aufziehende
Männchen sein Schaumnest durch zuviele stressende Störungen
schließlich selbst
zerstört.
Die Strategie der Brutpflege im Schaumnest gilt in der Gattung der
Kampffische als die ursprünglichere Fortpflanzungsstrategie. Man
findet diese Form der Jungenaufzucht vor allem bei Arten aus
stehenden Gewässern. Das bezeichnende Schaumnest ist ein Gebilde aus
Luftblasen, die vom Männchen an der Wasseroberfläche aufgenommen, im
Maul mit einem speziellen Sekret ummantelt und dann an einer
geeigneten Stelle (meist unter Pflanzen an der Wasseroberfläche,
seltener in Höhlen) zu einem losen Nest zusammengefügt werden. Je
nach Spezies und individuellem Charakter des Männchens kann die
Größe des Nests von einigen wenigen Luftblasen bis hin zu
verhältnismäßig großen Gebilden von mehreren Zentimetern Durchmesser
und Höhe reichen. Der Laichvorgang geht in der Regel direkt unter
dem fertiggestellten Nest von statten, in welches das Männchen die
befruchteten Eier nach jeder einzelnen Paarung verbringt und es so
lange bewacht, bis die Jungen geschlüpft sind und frei schwimmen (in
den meisten Fällen 3 - 5 Tage). Schaumnestbauende Betta-Arten
sind zumeist klein (3 - 6 cm Kopf-Rumpf-Länge, eine Ausnahme hierbei
bildet der B.bellica-Formenkreis) und farblich
verhältnismäßig intensiv und lebhaft gefärbt, viele Arten bilden
zudem irisierende Glanzschuppen aus. Insbesondere zur Laichzeit
gebärden sich einige dieser Arten ausgesprochen aggressiv gegenüber
Artgenossen.
Typische Vertreter der schaumnestbauenden Arten
sind: Betta splendens, Betta bellica und Betta coccina
Der Kampf der
Kampffische
Ein beliebter Zeitvertreib einiger Thais ist
das Wetten auf Kämpfe mit Tieren. Hierzu gehört
auch der Kampf von siamesischen Kampffischen. Diese
Fischart
lebt in Teichen, Reisfeldern, stehenden Gewässern, in einigen Kanälen und in den
Sümpfen Thailands. Sie ernähren sich von Plankton und Moskitolarven.
Gegenüber dem
weiblichen Fisch, ist der männliche größer und
farbenprächtiger. Der siamesische Kampffisch ist bis zu 7 cm lang, hat gesprenkelte Farben
in Blau, Rot und Purpur und große Flossen, die wie feine
Fächer auf Rücken, Bauch und Schwanz wirken. Nach sechs bis
sieben Monaten Wachstum ist der männliche Fisch bereit zu kämpfen.
Deshalb wird auch nur der männliche Fisch für diese Kämpfe eingefangen.
Es gibt Züchter, die entweder von der Zucht dieser Fische oder von
den Wetteinsätzen ganz gut leben sollen.
Vor einem Fischkampf bringen die Züchter
zunächst ihre kleinen und schönen Kampffische in Gläsern mit;
jeweils ein Prachtexemplar in einem Glas. Diese werden zuerst
gegenübergestellt, um die Reaktion und Kampfbereitschaft der beiden
Fische zu beobachten. Sind die Wetten abgeschlossen, holt man die
Fische aus ihren Glasbehältern und setzt sie gemeinsam und langsam
in einem größeren mit Wasser gefüllten Glasbehälter.
Die Fische kämpfen
so lange bis einer aufgibt oder klar ist welcher der beiden Kämpfer
der stärkere ist. Erfahrene Kampffische haben richtiggehende
Kampftechniken entwickelt. Sie weichen dem Gegner aus und kontern
mit geziehlten bissen an empfindlichen Stellen. Die Mäuler und
auch das Gebiss sind ziemlich klein und es gibt selten schwere
Verletzungen zumahl die Kontrahenden von Ihren Trainern getrennt
werden, sobald klar ist welcher Fisch die Oberhand
hat.
Die Bettas werden dann
getrennt und von ihren Besitzern wieder mitgenommen.
Kamffische werden im
ganzen Land gehalten und Kämpfe werden unter Freunden zum Spass und
zum Wetten gemacht.
Vom regionalen bis
zum landesweiten Champion ist es ein weiter weg. Ein Champion ist
sich Anerkennung und Ruhm sicher und erhält die schönsten und besten
Weibchen.
Champions
In Thailand und anderen
Südostasiatischen Ländern gibt es Betta und Kampffische
Schönheitswettbewerbe. Liebhaber dieser Zierfische zahlen oft
grosse Summen für die schönsten Exemplare. So kann ein
Schönheitswettbewerbs-champion schon mal einige tausend Dollar
kosten .